BESTE TISCHE: Mai 2026
Restauranttipp für Berlin: Humble pie
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Es gibt Tage, da braucht man keine kulinarische Horizonterweiterung, sondern einfach nur Fett, Salz und Handwerk. Ich bin quasi Groupie der ersten Stunde und dem Humble Pie Foodtruck schon 2017 hinterhergereist, nur um dieses Fried Chicken zu bekommen. Seit 2021 sitzen sie nun fest in Neukölln und zur Feier meines frisch erschienenen Artikels im Wochenmarkt bin ich mit meiner liebsten Nina dort eingekehrt. Wir haben uns durch Berge von genialen Pommes und ein noch genialeres Fried Chicken Sandwich gearbeitet. Das Fleisch saftig, die Panade ein knusperndes Statement und die Saucen perfekt austariert. Es ist und bleibt eine verlässliche Bank ohne unnötigen Schnickschnack.
Humble Pie, Reuterstraße 57, 12047 Berlin
Restauranttipp für Berlin: BAMNAT 030
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Ich bin ja oft skeptisch, wenn ein Laden auf Instagram so laut schreit, aber beim Bamnat in Kreuzberg wollte ich es wissen. Mit meinem besten Freund im Schlepptau haben wir uns im Biergarten breitgemacht – reservieren ist nicht, also heißt es: Glück haben oder kurz warten. Das Fried Chicken ist eine absolute Ansage und genau das, was moderne koreanische Küche gerade so spannend macht. Dazu gab es einen Caesar Salad, der so massiv zu einem Turm aufgetürmt war, dass er fast schon architektonische Ambitionen hatte. Die Rice Balls waren okay, aber wer in Korea einmal diese mit Ingwer und Sesamöl durchgezogenen Originale gegessen hat, vermisst hier ein bisschen die Tiefe. Ganz wichtig: Bestellt das volle Saucen-Programm! Aber Vorsicht bei der scharfen Variante – mein Begleiter Axel war nach einem Dipp kurzzeitig nicht mehr ansprechbar.
Bamnat030 , Paul-Lincke-Ufer 40, Berlin, Germany 10999
Restauranttipp für Berlin: Adas Deli (Pop-Up & Catering)
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Kurzer Transparenz-Check: Mit Julian Mancuso bin ich seit Jahren befreundet und wir haben früher eng zusammengearbeitet. Das ändert aber nichts an meinem Urteil: Der Mann macht eines der besten Caterings der Stadt. Wenn er ein Adas Deli Pop-Up ankündigt, diesmal im wunderschönen Remi am Rosa-Luxemburg-Platz, sollte man alles stehen und liegen lassen. Julian dreht in der Küche dann völlig am Rad und schickt einen fantastischen Gang nach dem nächsten raus. Das ist kein „leichtes Häppchen“-Essen, das ist eine klare Ansage. Benannt nach seiner italienischen Oma Ada, fühlt man sich hier wie bei einem Italo-Familienfest, bei dem man erst aufstehen darf, wenn man sich kaum noch bewegen kann. Folgt ihm auf Instagram, sonst verpasst ihr die nächste Gelegenheit zur kollektiven Überfütterung.
Restauranttipp für Berlin: Fleischerei
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Ich war in quasi wissenschaftlicher Mission unterwegs. Mein Ziel: Eine Bestandsaufnahme aller Königsberger Klopse dieser Stadt. Die Fleischerei in Mitte ist dafür die perfekte Teststation – man isst zwischen den denkmalgeschützten Kacheln eines alten Fleischladens von 1895. Das Ambiente ist unschlagbar bodenständig. Mein Fazit: Die Klopse waren handwerklich top, der Kartoffelbrei unverschämt cremig und die Rote Bete genau so, wie sie sein muss. Wenn ich ganz kritisch bin, hätten die Klopse für mich noch einen Hauch luftiger sein dürfen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Der Service ist flink, die Atmosphäre entspannt – ein idealer Spot für einen ehrlichen Mittagstisch.
Fleischerei, Schönhauser Allee 8, 10119 Berlin
restauranttipp für Berlin: ITA
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Manchmal ist es in Berlin wie in einer toxischen Beziehung: Man wird nicht besonders nett behandelt, aber man kommt wegen der inneren Werte trotzdem immer wieder zurück. So ging es mir neulich im ITA in der Oderberger Straße. Um es kurz zu machen: Das Essen war fantastisch. Wirklich, wirklich gut. Jeder Teller war ein Treffer, die Aromen saßen, die Qualität der Zutaten war kompromisslos. Aber (Butter bei die Fische): der Service hätte durchaus ein paar Grad mehr Herzlichkeit vertragen können. Man hatte zeitweise das Gefühl, eher geduldet als willkommen zu sein. Wer damit klarkommt, dass das Lächeln eher auf dem Teller als im Gesicht des Personals stattfindet, wird hier kulinarisch trotzdem extrem glücklich. Mein Rat: Konzentriert euch voll auf das, was vor euch steht, ignoriert den unterkühlten Service und genießt einfach die Küche. Es lohnt sich trotzdem, sonst würde ich den Ladne hier nicht erwähnen.
ITA Bistro, Lettestraße 9, 10437 Berlin