BESTE TISCHE: SEPTEMBER 2026
Restauranttipp für Berlin: Bistro Spumante
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Herrlich unkompliziert! Wer braucht schon steife Tischdecken, wenn man auf einfachen Stühlen am Straßenrand der Reichenberger Straße sitzen und bei den letzten Sonnenstrahlen das beste Kiez-Kino Berlins beobachten kann? Das Bistro Spumante ist schlichtweg die Definition von ungezwungener Aperitivo-Kultur. Das Prinzip ist unaufgeregt (Self-Service an der Bar), die Stimmung herrlich entspannt und der Laden einfach nur sympathisch. Neben klassischem Spritz punktet die Karte mit einer erfreulich starken Auswahl an alkoholfreien Drinks – ein kühles, alkoholfreies Peroni in der Hand und der Abend steht. Ich war mit einer Freundin da und wir haben uns einmal quer durch die Snackkarte geteilt: Goldgelbe Pommes, salzige Pimientos de Padrón, einen griechischen Salat und eine geniale Feta-Wassermelonen-Kombi. Das Ganze zu extrem fairen Preise … mehr laue Sommerabend-Romantik in Kreuzberg geht kaum.
Bistro Spumante, Reichenberger Straße 73, 10999 Berlin
Restauranttipp für Berlin: TRIO
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Endlich mal wieder Trio! Ich hatte Besuch von meiner Freundin Yasmina aus Paris – es war sogar ihr allererster Deutschland-Trip überhaupt. Wenn schon, denn schon, dachte ich mir, und habe sie direkt in einen meiner absoluten Lieblingsläden geschleppt. Was das Dreiergespann um Eva Alken, Clemens Roesch und Vadim Otto Ursus hier in der Linienstraße als modernes Wirtshaus etabliert hat, ist einfach eine Klasse für sich. Ich habe sicher schon mal drüber geschrieben, aber Dauerbrenner muss man schließlich regelmäßig auf Herz und Nieren prüfen! Das Setting ist wie gewohnt herrlich gemütlich (wenn auch, ich werde nicht jünger, stellenweise wieder ordentlich laut, weil die Bude krachend voll war). Auf der Karte stehen süddeutsche und österreichische Wirtshaus-Klassiker ohne Chichi, aber in absoluter Spitzenqualität. Für uns gab es den köstlichen Kartoffelsalat (wie bei Omma!), knackigen Waldorfsalat, danach für Yasmina ein aromatisches Pilzgulasch und für mich knusprige Rösti. Perfekt zubereitet, zum Teller-Ablecken lecker und der Service gewohnt auf den Punkt.
Trio, Linienstraße 13, 10178 Berlin
Restauranttipp für Berlin:
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Hier ging eine absolut wilde Empfehlungskette voraus: Der Tipp kam über eine Freundin, genauer gesagt die Schwester der Mutter der Söhne meines Freundes. Ja, super kompliziert! Aber um die Geschichte noch krönender zu machen: Die Gute heißt zufällig auch Gigi. Tante Gigi und Gigi also auf kulinarischer Erkundungstour bei Nila im Akazienkiez! Indien ist schließlich riesig und hat unendlich viel mehr auf dem Kasten als die in Berlin zwar leckere, aber omnipräsente Punjabi-Küche aus dem Norden. Das Nila bringt die ehrliche, feurige Küche aus Kerala („God’s Own Country“) ins Spiel. Wir hatten fantastisch knusprige Dosa und ein Paal Porrotta zum Niederknien, das wir in der veganen Variante bestellt haben. Allein für diese butterweichen, geschichteten Fladenbrote, die sich in einer cremig-gewürzten Kokosmilchsauce voll- und aufsaugen, MÜSST ihr hierher. Ein echtes Kiez-Juwel für Fernweh auf dem Zunge!
Nila, Akazienstraße 3, 10823 Berlin
Restauranttipp für Berlin: REMI
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Ein weiterer Dauerbrenner auf meiner ewig langen Liste mit den besten Restaurants in Berlin ist das Remi an der Torstraße. Was die beiden Holländer Lode van Zuylen und Stijn Remi hier im Suhrkamp-Verlagshaus aufgezogen haben, ist schlichtweg fantastisch: schnörkellose, moderne Bistro-Küche mit den allerbesten Produkten. Endlich war ich einmal wieder hier, zum Mittagessen mit meiner Freundin und Kollegin Arlene Stein, um die letzten Ideen für die kommende Saison von Schnitzel & Stories zu besprechen. Wir hatten beide mächtig Hunger und haben folglich ordentlich bestellt. Auf den Tisch kamen echte Remi-Klassiker: der knackig-frische Mittagssalat, die köstlich-krossen Bitterballen und eine geniale, wunderbar mächtige Polenta. Geschafft haben wir am Ende trotz der riesigen Auswahl alles. Fazit? Das Essen wie immer eine Wucht, das lichte, urbane Setting wie immer eine Wucht, der Service wie immer eine Wucht. Wenn ihr also noch nie hier wart oder es einfach schon viel zu lange her ist: Hin da!
Remi, Torstraße 48, 10119 Berlin
restauranttipp für Hamburg: ELEMENTE
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Ganze 1.300 Quadratmeter bespielt dieses neue Restaurant Elemente in der Hafencity in Hamburg. Klingt erst mal nach Bahnhofshalle, ist gestalterisch aber extrem clever gelöst: Das Design dreht sich - Nomen est Omen - um die vier Elemente, schafft warme Holz- und Erdton-Inseln und teilt den riesigen Raum in herrlich intime, abgegrenzte Zonen. Einziger optischer Dämpfer: Warum man bei ausgerechnet auf Plastikpflanzen setzen muss, erschließt sich mir nicht ganz. Aber Schwamm drüber, denn der Rest stimmt! Ich saß draußen auf der Terrasse, schlürfte die wohl beste brasilianische Limonade aller Zeiten und bekam ein handwerklich absolut perfektes Ceviche serviert. Und weil ich vorgewarnt hatte, dass mein Zeitplan drückt, legte der extrem herzliche Service einen echten Sprint hin. Schnell, aufmerksam, lecker, mehr geht nicht!
Elemente, Überseeboulevard 7, 20457 Hamburg
restauranttipp für Hamburg: NYSA
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Wer mich kennt, weiß: Für einen richtig guten Brunch lasse ich fast alles stehen und liegen. Bei meinem letzten Hamburg-Trip hat es mich ins nysa in die Susannenstraße verschlagen, und was für ein Glücksgriff! Hinter den Kulissen steht ein Küchenchef, der früher im Sternerestaurant gezaubert hat, und genau diese meisterhafte Handschrift schmeckt man in jedem einzelnen Bissen. Das Interieur ist absolut wunderschön, heimelig warm und so stilvoll eingerichtet, dass man hier mühelos den ganzen Tag von Brunch über Lunch bis zum Gläschen Wein verbummeln möchte. Ich habe extrem nett mit dem Kellner geplaudert und mich sofort wie zu Hause gefühlt. Und das Essen? Köstlich! Hier wird nicht einfach nur gefühlsduselig gefrühstückt, sondern kulinarisch abgeliefert: Sauerteig-Brote, Cilbir, Foccacia-Toast mit hausgemachter Tomaten-Marmelade oder das unwiderstehlich aussehende Franzbrötchen French Toast (hat mir der Kellner gezeigt, alles kommt mit einem kreativen Twist auf den Tisch. Ein traumhafter Ort für lange, unaufgeregte Tage in der Schanze!
nysa, Susannenstraße 42, 20357 Hamburg