BESTE TISCHE: Januar 2026

Restauranttipp für Berlin: Taqueria el Oso, Markthalle Pfefferberg

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Nach 1,5 Jahren Stillstand, Sanierung und Umbau ist endlich wieder Leben in der Markthalle Pfefferberg. Und direkt einer meiner liebsten Taco Dealer hat die Rückkehr gefeiert. Ich wohne um die Ecke und bin gleich zu den Jungs gegangen, die man schon aus den alten Taqueria el Oso Zeiten kennt: Pablo, Jesús und Micha. Während der Schließzeit haben sie Tacos el Rey aufgemacht und dort andere Tacos serviert, aber in der Markthalle ist nun endlich wieder Taqueria el Oso am Start. Wer tiefer einsteigen will: Micha war vor zwei Jahren bei uns im Podcast zu Gast und hat dort sehr offen über ihre Arbeit und Philosophie gesprochen.

Was es hier gibt, ist genau das, wofür ich Tacos liebe. Al Pastor, fein mariniertes Schwein, direkt vom Trompo geschnitten, mit Zwiebeln, Koriander, Limette und Ananas. Dazu Suadero mit geschmortem Rindfleisch, Chorizo oder Campechano, eine Mischung aus Suadero und Chorizo. Alle Tacos kommen auf kleinen, weichen Maismaistortillas. An der Salsa Station bedient man sich selbst, von mild bis ordentlich scharf, alles hausgemacht.

Die Qualität ist wirklich unschlagbar. Man merkt sofort, dass hier mit viel Erfahrung und echter Leidenschaft gearbeitet wird, von den Würzungen bis zu den Salsas. Ich habe mich direkt wieder in meine Favoriten verliebt und glaube weiterhin, dass man für richtig gute Tacos in der Stadt kaum besseres findet. Außer vielleicht im Schwesterladen, je nach Lust und Hunger.

Taqueria el Oso, Markthalle Pfefferberg, Schönhauser Allee 176C, 10119 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Estelle Dining

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Ich bin Stammgast im Estelle Dining. Gerade deshalb gehört dieses Restaurant immer wieder in diese Rubrik. Es gibt nur wenige Orte in Berlin, an denen Qualität so verlässlich hoch bleibt. Abende, die nicht laut sein müssen, um in Erinnerung zu bleiben, sondern genau deshalb funktionieren, weil man weiß, was man bekommt: Hervorragendes Essen, perfekte Gastgeber. Das Estelle fühlt sich für mich an wie ein Wohnzimmer. Warm, gemütlich, familiär. Alles ist mit spürbarer Liebe gemacht, wirkt aber dabei nie bemüht. Der Raum trägt diese Haltung genauso wie die Küche: innovativ, aber nie verkopft, präzise, aber immer zugänglich. Ich war gerade gestern wieder dort, diesmal mit Familie zu Besuch. Zum ersten Mal haben wir uns für das „Sharing is caring“-Menü entschieden, preislich knapp unter 50 Euro pro Person. Eine sehr entspannte Art, das Estelle kennenzulernen oder neu zu erleben. In ruhigem, gut gesetztem Tempo kommen beinahe alle Gerichte der Karte auf den Tisch. Man kann tauschen, ergänzen, Wünsche äußern. Das aktuelle Wintermenü bringt einige neue Gerichte mit, die sich nahtlos in die Handschrift des Hauses einfügen. Klar, konzentriert, geschmacklich auf den Punkt. Einfach so lecker. Ich habe Rebecca an diesem Abend gleich um ein paar Einblicke gebeten: kleine Kniffe aus der Küche ihres Mannes, der hier als Head Chef arbeitet. Gutes Handwerk macht neugierig, besonders wenn es so selbstverständlich daherkommt. Und dann ist da noch diese große Stärke des Estelle: Man kann hier ebenso gut einfach nur eine richtig gute Pizza essen. Genau das macht den Ort so besonders. Der Service war wie immer extrem aufmerksam, herzlich und souverän. Man wird begleitet, nicht bespielt. Für mich ist das Estelle einer dieser seltenen Orte, zu denen man immer wieder zurückkehrt. Weil man sich dort sofort richtig wohlfühlt.

Estelle Dining, Kopenhagener Str. 12 A- 10437 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Ichi

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Vor grauer Vorzeit war ich schon einmal hier im Ichi und habe es damals schon geliebt. Höchste Zeit also für ein Wiedersehen. Zum Lunch. Zumindest war das der Plan, denn beim ersten Versuch vergangene Woche war das kleine Souterrain-Restaurant in Mitte bis auf den letzten Platz ausgebucht. Eine gute Erinnerung daran, dass man hier eigentlich immer reservieren sollte. Zu jeder Tageszeit.

Mittags gibt es zumindest aktuell ausschließlich Set-Menüs. Und die haben es in sich. Großzügig, durchdacht, unfassbar lecker. Man kommt besser mit leerem Magen. Ob Karaage, Wolfsbarsch, Sashimi oder Tempura mit Soba – alles ist präzise, ruhig, auf den Punkt. Genau so, wie ich es aus Japan kenne.

Der Service ist entzückend, aufmerksam, zurückhaltend, ebenfalls sehr japanisch im besten Sinne. Man fühlt sich umsorgt, aber nie bedrängt. Für mich ist das Ichi eines der besten Mittagessen der Stadt. Punkt. Preislich liegt man je nach Menü zwischen 20 und 30 Euro und bekommt dafür eine Qualität, die jeden Euro rechtfertigt.

Noch ein Hinweis, der nicht unwichtig ist. Wie in Japan üblich zieht man am Eingang die Schuhe aus. Also lieber an warme Socken denken, besonders an kühlen Tagen. Mollig warm ist es hier unten nicht. Aber das gehört irgendwie dazu.

Ichi Straßburger Str. 60, 10405 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Lia PPANG

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Eigentlich hatte ich hier im Lia PPang auf ein Mittagsangebot gehofft. Aber: Aber dann kam die Rettung in Form von Bungeoppang. Diese kleinen, fischförmigen Waffeln sind in Korea ein Klassiker. Ich bin neulich in Seoul gefühlt an jedem 20. Meter an einem solchen Stand vorbeigelaufen. Die Waffeln sind außen knusprig, innen weich, traditionell süß gefüllt, oft mit roter Bohnenpaste oder Custard. Bei Lia Ppang gibt es verschiedene Varianten, frisch zubereitet, klein, aber erstaunlich sättigend. Und vor allem auch herzhafte Varianten. Meines war mit Mais und Mozzarella gefüllt, leckerst! Genau das Richtige, wenn man eigentlich mehr wollte und dann merkt, dass weniger völlig reicht. Dazu gab es den vermutlich kleinsten, aber besten Keks aller Zeiten (siehe Foto!). Schwer niedlich! Und da Lia Ppang eben ein durch und durch koreanisches Café ist, liegt der zweite Schwerpunkt hier auf einer großen Auswahl koreanischer Tees, Matcha, besonderen Lattes und anderen Drinks, die man nicht an jeder Ecke bekommt. Alles sehr sorgfältig gemacht, ruhig serviert, ohne Eile. Lia Ppang ist kein Ort für großes Essen, sondern für kleine Pausen. Für etwas Süßes, etwas Warmes in der Hand und das Gefühl, kurz woanders zu sein, gefühlt eben in Korea.
Lia PPang , Choriner Str. 45, 10435 Berlin

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BESTE TISCHE: dezember 2025