BESTE TISCHE: Februar 2026
Restauranttipp für Berlin: Stoke
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Einen Tag vor meiner Reservierung im Stoke traf ich zwei Kolleginnen, die erstaunlich verhalten von Laden erzählten. Ausgerechnet über eine der meistdiskutierten Neueröffnungen des Jahres. Und ich hatte dort unseren Jahrestag reserviert. Perfektes Timing also für ein leicht mulmiges Gefühl. Um es kurz zu machen: Bei mir brachte der Laden nur große Freude hervor. Aber von Anfang: Das Stoke ist groß und wirkt trotzdem intim. Unser Service wirkte so, als wäre er nur für uns da. In der Mitte der offene Küchenbereich mit Grill, rundherum Tresenplätze, von denen aus man direkt ins Feuer schaut. Viel Holz, klare Linien, kein überflüssiger Schnickschnack. Und trotz Raumhöhe, der Musik aus den überdimensionierten Boxen und voller Belegung war es angenehm leise. Wir haben à la carte bestellt und waren sehr froh darüber. Das Menü hätten wir nicht sonst geschafft. Jeder Teller präzise, produktfokussiert, mit deutlicher Handschrift. Viel Feuer, viel Röstaromen, aber nie dominant. Einfach genial waren das Gemüse und auch das Curry, davon würde ich gern mehr auf der Karte sehen. Aber alles wirkte durchdacht, nie verkopft. Übrigens: Der Laden war proppenvoll. Irgendwann kam Sido mit Begleitung herein, ein kurzes Raunen, dann ging alles weiter. Genau dafür liebe ich Berlin.
Stoke, Lindenstraße 34–35 (entrance via Feilnerstraße, 10969 Berlin
Restauranttipp für Berlin: OKA Onigiri
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Eine Freundin hatte mir lange in den Ohren gelegen. Hier müsse ich unbedingt hin. Onigiri liebe ich. Aber sie sind heikel: Wenn sie nicht gut gemacht sind (wie leider viele), ist der Reis zu trocken, das Nori zu gummiartig und die Füllung oft banal. Ich war also skeptisch. Der erste Eindruck: Warmes Design, klare Ästhetik, viel Liebe zum Detail. Aber davon lasse ich mich nicht blenden. Entscheidend ist der Reis. Und das Nori. Ich bestellte zwei Onigiri, eins mit Curry, eins mit Spicy Egg, und dazu eine Misosuppe. Bezahlt wird vorne am Tresen. Dann kam der erste Biss und ich war ehrlich verblüfft. Das Nori hauchzart, fast schmelzend, mit feinem Aroma. Kein Gummi, kein Durchweichen. Der Reis: perfekt gegart, körnig und gleichzeitig bindend. Die Füllungen: klar, ausgewogen, hochwertig. Hier stimmt jedes Detail. Die Besitzerin kam vorbei, erklärte Herkunft und Produkte. Vieles kommt direkt aus Japan, genauso wie Teile des Teams. Die Misosuppe war die beste, die ich je gegessen habe. Zwei Misopasten, viel Gemüse, nichts totgekocht. Ich war schlicht begeistert. Ich werde schnell wieder ins Oka Onigiri gehen, ich hoffe, ihr auch!
Oka Onigiri, Oranienburger Str. 72, 10117 Berlin
Restauranttipp für Berlin: Ristorante Café Aroma
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
In den 90ern saß ich oft im Aroma, damals eine der ersten italienischen Slow-Food-Adressen der Stadt. Seit den späten 80ern gibt es den Laden hier in der Hochkirchstraße, ruhig gelegen, eine der schönsten Straßen in Berlin, die man fast für sich behalten möchte. Früher gingen wir hier zum ausladenden Brunchbuffet, schlemmeten uns stundenlang durch, und an lauen Berliner Sommerabenden saßen wir draußen und aßen Pasta oder Pizza, mit Blick hoch auf die sich schlängelnde Hochkirchstraße. Nun war ich endlich mal wieder hier. Ein Besuch, der sich herrlich vertraut anfühlte. Wir teilten uns Bruschetta, klassisch und genau richtig. Ich aß einen einfachen Beilagensalat, vermutlich einen der besten nördlich der Alpen. Dazu Vongole-Pasta, reduziert, klar, perfekt abgeschmeckt. Mein Freund hatte Gorgonzola-Pasta: großzügig, cremig, ohne Zurückhaltung beim Käse, genial. Für die Bonussöhne gab es Pizza, nach wie vor verlässlich gut, und ein Safranrisotto in beeindruckender Portion. Der Service war wie immer schnell, herzlich und angenehm unaufgeregt. Ganz wie früher. Und genau das fühlt sich gerade ziemlich gut an: eine herrliche Zeitreise.
Ristorante Café Aroma, Hochkirchstraße 8, 10829 Berlin
Restauranttipp für Berlin: Prince
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Lange wollte ich ins Prince. Nun hat es endlich geklappt. Mein einziger Fehler war, nur zu zweit hinzugehen. Die Karte ist schlicht zu groß, zu spannend, zu teilenswert für zwei Personen. Ein ganzer Abschnitt widmet sich Dim Sum in unterschiedlichsten Varianten. Gedämpft, gebraten, mit Garnelen, Schwein, Gemüse. Dazu Xiao Long Bao, Wontons in Chiliöl, knusprige Teigtaschen. Auf der anderen Seite Klassiker der chinesischen Küche: aromatische Suppen, geschmorte Aubergine, Mapo-Tofu, Rind mit schwarzem Pfeffer, Ente in verschiedenen Spielarten, Nudel- und Reisgerichte. Vieles eignet sich perfekt zum Teilen. Und dann dieser Blick in die offene Küche. Bambuskörbchen stapeln sich, es dampft, es zischt. Ständig wandern neue Teller über den Tresen. Man möchte alles probieren. Wir entschieden uns unter anderem für Pekingente als Vorspeise. Kleine, perfekt gebratene Häppchen mit einer großartigen Soße. Dann Xiao Long Bao. Der Teig dünn und elastisch, die Füllung intensiv, die Brühe darin genau so, wie ich sie aus Shanghai kenne. Suchtfaktor hoch. Die Küche bewegt sich souverän zwischen kantonesischer Tradition, Shanghai-Klassikern und moderner Interpretation. Und ich weiß jetzt schon: Beim nächsten Mal komme ich mit mindestens vier Personen wieder.
Prince, Kommandantenstraße 75, 10117 Berlin
restauranttipp für Berlin: Frühstück 3000 (neue karte in Kreuzberg!)
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Ich komme immer wieder gern hierher. Mit Besuch. Zum Geburtstag. Oder einfach, weil ich Lust habe, Dinge zu frühstücken, die ich zu Hause garantiert nicht so oft mache. Genau das ist für mich der Reiz an diesem Laden. Diesmal war ich zum Medienbrunch eingeladen. Transparenz muss sein. Anlass war die Erweiterung der Karte, zumindest in der Kreuzberger Dependance Die Klassiker bleiben, wurden aber ergänzt. Mehr Bistro, mehr Auswahl, auch für den kleineren Hunger. Neu sind Snacks wie Patatas bravas oder Schinken-Kroketten, ein Caesar-Salad, wechselnde Suppen sowie ein Kasseler-Sandwich und ein Mushroom-Sando. Unter der Woche gibt es jetzt auch kleinere Gerichte wie Baguette mit Schinken und Pecorino, ein French Breakfast mit Croissant und Vanillecreme oder halbe Sandwiches. Finde ich ziemlich klug. Weil die Portionen hier doch auch recht groß sind. Mein Favorit war das vegane Sando mit frittiertem Austernpilz. Knusprig, saftig, viel Umami. Würde ich sofort wieder bestellen. Dazu ein Black-Sesame-Plum-Latte. Ja, richtig gehört. Kannte ich nicht und musste ich probieren. Cremig, nussig, leicht fruchtig. Frühstück 3000 bleibt einer meiner liebsten Orte für Brunch in Berlin. Und der nächste Besuch ist schon geplant … (huhu, Katharina, ich freue mich auf dich!).
Frühstück 3000, Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 9, 10969 Berlin ( einen zweite Laden gibt es in Schöneberg!)