BESTE TISCHE: März 2026

Restauranttipp für Berlin: Saint Farah

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Das aktuell wohl am meisten gehypte Restaurant in Berlin heißt Saint Farah. Und ja, ich muss sagen: zu Recht Am Weinbergsweg gelegen, betritt man den Laden durch einen eher unscheinbaren Eingang. Wer schlau war, hat sich vorab einen Platz an der Theke reserviert. Denn obwohl man danach nicht nur duschen und Haare waschen, sondern eigentlich seine komplette Kleidung einmal durchwaschen muss, lohnt sich dieser Logenplatz direkt in der Küche massiv. Man sitzt keine 120 Zentimeter vom brutzelnden Grill entfernt, kann den Köchen (übrigens alles Männer, was ist da los???) auf die Finger schauen und sich inspirieren lassen. In unserem Fall gab es so sogar den ein oder anderen kostenlosen Gang zum Probieren. Ich war mit einem Freund hier und wir hatten das Glück, kurz mit dem Inhaber zu sprechen, da wir vor dem großen Ansturm da waren. Er erzählte uns, dass die Küche von seiner irakischen Großmutter inspiriert ist, er selbst aber aus Tel Aviv kommt. Das Essen ist deutlich Middle East, voller köstlicher Kreationen. Wir haben nur aus Anständigkeit die Teller nicht abgeleckt. Dazu ein wirklich zuckersüßer Service. Im Sommer gehören die Plätze auf der Terrasse bestimmt zu den besten der Stadt.

Saint Farah, Weinbergsweg 24, 10119 Berlin 

 

Restauranttipp für Berlin: Bertie

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Bertie ist zurück! Wenn euch das nichts sagt: Macht nichts. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wann das Bertie in der Schwedter Straße zugemacht hat und warum, aber plötzlich war es weg. Nun ist es seit einiger Zeit wieder da und hat mich, meine Freundin Soo und ihren Mann verdammt glücklich gemacht. Man kann hier nicht reservieren, weshalb wir unserem hohen Alter entsprechend sehr früh vorbeigeschneit sind. Um 17:30 Uhr! Bis, sagen wir, 18:30 Uhr hat man nach meiner Beobachtung noch gute Chancen auf einen Platz, danach wird es langsam, aber sehr sicher voll. Kein Wunder, denn was da aus der Küche kommt, wäre sogar die Wartezeit wert. Jeder einzelne Bissen der Sharing-Plates war einfach perfekt. Köstliche Wings (die sich den ersten Platz mit denen der Goldies Bar teilen), ein geniales Brot mit Muschelbutter und perfekt gegrillte Pilze auf Mais und Fregola – zum Niederknien gut. Am Ende sind wir fast aus dem Laden hinausgerollt. Schön, dass du wieder da bist, Bertie!

Bertie, Schwedter Str. 261, 10119 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Engelbecken

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Hier, in der unaufgeregten Ecke von Charlottenburg, liegt in wohl schönster Ecklage zum Park am Lietzensee das Engelbecken. Der Laden ist gefühlt schon ewig da, wurde vor einiger Zeit renoviert, und ja: ich hatte hier schon mal davon geschwärmt. Nun bin ich wie prophezeit zurückgekehrt und habe mich erneut am köstlichen Essen und dem gewohnt herzlichen Service erfreut. Ich hatte einen zu 100 % perfekten Wintersalat aus Blattsalaten, Blutorangen, Pistazien und knusprigem Pumpernickel. Dazu Rahmschwammerl mit Spinatknödel, ebenso köstlich wie auf den Punkt zubereitet. Man sitzt drinnen warm und wohlig im schönen Speisesaal, entweder oben oder unten rechts hinter der Theke. An den Wänden hängen Bilder, unter anderem von der Besitzerin selbst gemalt. Ich freue mich jetzt schon auf den Sommer, wenn man hier wunderbar auf der Terrasse versacken kann.

Engelbecken, Witzlebenstraße 31, 14057 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Goldies bar im KADEWE

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Hola, die Waldfee! Ich bin ja ein Fan von Goldies, die mit ihren Pommes- und Burgerfilialen ja anscheinend kurz davorstehen, die kulinarische Weltherrschaft an sich zu reißen. Nun war ich in der „Goldies Bar“, einem kleinen Diner in der 6. Etage des KaDeWe. Die Karte hat an manchen Ecken noch Nachholbedarf (es gibt zwar Schoko-, aber es fehlt eindeutig ein Vanille-Milkshake!), aber Leute: Hier habe ich die wohl besten Buffalo-Chicken-Wings Berlins gegessen. Auch die Burger sind stabil, wobei ich 36 Euro für den 60-Tage-Dry-Aged-Burger deutlich übertrieben finde. Muss man nicht haben, der normale Burger ist auch lecker. Dazu wirklich superduper Pommes, ganz nach meinem Geschmack. Bei den Sandwiches müssen die Jungs noch mal ran, die waren eher langweilig. Aber immerhin gibt es hier, ich schwöre,  die besten Oliven, die ich je in meinem Leben gegessen habe.

Goldies Bar, Tauentzienstraße 21–24 (6. OG), 10789 Berlin

 

restauranttipp für Berlin: Nomad

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Nördlich der westlichen Torstraße ist kulinarisch ja eigentlich nicht so viel los. Aber es gibt das Nomad, das gerade so richtig in Fahrt kommt. Drinnen gibt es kaum einen Laden, in dem man sich sofort so heimisch fühlt. Alles ist hell und dennoch gemütlich; man bekommt das Gefühl, hier den ganzen Tag verbringen zu wollen. Und das geht jetzt auch: Morgens gibt es eine spannende Frühstücks- und Brunchkarte, mittags leckere Lunch-Speisen und neuerdings kann man sich hier auch abends den Bauch vollschlagen. Ich war mittags zur Podcast-Besprechung mit meiner Freundin und Kollegin Arielle hier. Wir hatten ein Sandwich, einen Salat und dazu wirklich hervorragende Pommes. Ein unaufgeregter, schöner Ort mit viel Herz. Ich komme definitiv wieder!

Nomad, Linienstraße 87, 10119 Berlin 

 

restauranttipp für Berlin: JUJUS Dumplings

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Ich komme leider viel zu selten in die schöne Arminiusmarkthalle in Moabit – ein echter Fehler, eigentlich. Die historische Halle hat diesen ganz eigenen Vibe aus Nachbarschaft und Markttreiben, den man in Mitte oft vergeblich sucht. Aber nun hatte es einen handfesten Grund: Jemand hatte mir geflüstert, dass man bei Jujus richtig gute Dumplings bekommt. Also nichts wie hin. Vor Ort bemerkte ich direkt meinen strategischen Fehler: Ich war alleine hierhergepilgert. Wie dumm. Denn alles auf der Karte und auf den Tellern der Tischnachbarn sah so unfassbar gut aus, dass sofort klar war: Das hier ist kein Ort für Solo-Esser, das ist Teamwork. Die Dumplings kommen immer in einer 7er-Einheit und sind alles andere als Standard-Ware. Ich hatte die Variante im Okonomiyaki-Style, eine geniale Fusion-Idee. Der Teig ist genau richtig, nicht zu dick, und die Füllung wunderbar saftig. Das Topping mit den typischen Saucen und Katsuobushi gibt dem Ganzen einen Kick, den man so selten bei Dumplings findet. Wer von euch Lust hat: Ich bin mit Verstärkung am 25. März um 19:00 Uhr noch mal da, um mich einmal quer durch die Speisekarte zu probieren. Kommt einfach vorbei und macht beim „Speisekarten-rauf-und-runter-Mampfen“ mit!

Jujus Dumplings, Arminiusstraße 2–4, 10551 Berlin  

 

restauranttipp für Berlin: Mix.it

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Ein paar Mal im Jahr (und damit eindeutig zu wenig) treffe ich mich mit drei Freundinnen. Uns eint die Liebe zum Essen, zu guten Gesprächen und noch deutlich mehr, denn wir alle kennen uns seit etwa 23 Jahren. Irre. Mit dabei sind zwei PR-Profis (eine macht die beste Gastro-PR weit und breit, die andere hat das Lager gewechselt und betreut Events) und eine Journalistin, die ich vor besagtem Vierteljahrhundert auf einer Reise nach Zürich kennen und lieben gelernt habe. Diesmal haben wir das Mix.it ausprobiert. Der Name ist tatsächlich Programm: Auf der Karte stehen sowohl italienische als auch thailändische Gerichte. Normalerweise bin ich bei solchen „Best-of-both-worlds“-Konzepten skeptisch, aber hier funktioniert es erstaunlich gut. Wir haben uns auf die thailändische Seite konzentriert: Alles war fein ausbalanciert, mit einer Tiefe im Geschmack, die zeigt, dass hier nicht nur oberflächlich gewürzt wird. Handwerklich absolut sauber. Einziger Kritikpunkt: Die Hauptgerichte hätten für meinen Hunger gut 25 % größer sein können. Bei dieser Qualität will man einfach nicht, dass der Teller schon leer ist. Ein schöner Ort für lange Abende, an denen man sich viel zu erzählen hat.

Mix.it, Alt-Lietzow 7, Arcostraße 1, 10587 Berlin

Weiter
Weiter

BESTE TISCHE: Februar 2026