BESTE TISCHE: Oktober 2026
Restauranttipp für Berlin: Flatto
© Bonappetrip / Angelika Schwaff
Normalerweise versuche ich, die Reinhardtstraße in Mitte weiträumig zu meiden, denn sie führt mich meistens direkt in den Stau an der Friedrichstraße, Ecke Torstraße. Aber ich hatte nur Gutes gehört und wie dieses Mal hatten meine Quellen recht. Das Flatto hat vor einem knappen Jahr aufgemacht. Serviert wird Japanisches ohne Schicki-Micki. Ich war mittags da, alleine. Das kann in manchen Läden ja eine recht zähe Angelegenheit sein, aber hier absolut nicht. Entweder sichert man sich einen Platz an der schönen runden Holztheke oder direkt am Fenster. Das war mein Platz, von dem ich versuchen konnte, Unschlüssige, die vor der Tafel draußen standen, mit meinen bloßen Gedanken zum Eintreten aufzufordern. Mittags gibt es hier ein schnelles Menü nach dem traditionellen Teishoku-Prinzip. Man wählt ein Hauptgericht (Fleisch, Fisch oder vegetarisch), dazu gibt es perfekt gekochten Reis, ein kleines Süppchen und feinste Beilagen. Alles superfrisch, perfekt abgeschmeckt, Tee und Wasser sind im Preis von unschlagbaren 15 Euro ebenfalls drin. Bester Deal aller Zeiten!
Flatto, Reinhardtstraße 19, 10117 Berlin
Restauranttipp für Berlin: Ishinoya
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Wir bleiben japanisch! Unweit der Station Eberswalder Straße biegt man ein paar Schritte durch eine kleine Eingangstür ab und landet in einem echten Souterrain-Fundstück, das sich anfühlt wie ein liebevoller „Mom & Pop“-Shop mitten in Tokyo. Wirklich. Das Ishinoya bereichert die Schönhauser Allee nun schon seit ein paar Jahren. Ich hatte im Vorfeld ehrlich gesagt nicht nur Lobeshymnen gehört und war entsprechend skeptisch, was sich allerdings nach den ersten Bissen sofort in Luft aufgelöst hat. Das Interieur ist herrlich schlicht, gemütlich und eng. Man rückt auf den Holzbänken ein bisschen zusammen, während an den Tischen eher privat gegessen wird. Auf der Karte stehen diverse japanische Comfort-Gerichte, Curries, Dons und Sets. Keine Haute Cuisine, kein Sushi, nur Gerichte, die das Herz wärmen. Vor allem Fleischliebhaber werden hier satt und fündig, es gibt sogar Wagyu. Neu ist laut Besitzerin der Mittagstisch, weshalb ich hier ganz sicher bald wieder auf der Matte stehen werde. Oishi!
Ishinoya, Schönhauser Allee 54, 10437 Berlin
Pop UP tipp für Berlin: Food technique Berlin
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Hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange, bis Christopher Selig endlich seinen eigenen festen Laden aufmacht! Zumindest war das auch seine Aussage, als ich ihn bei seinem alljährlichen Pop-up in der Chipperfield-Kantine darauf angesprochen habe. Aktuell hofft er auf das Frühjahr 2027. Bis dahin können wir alle seine genialen Ramen ordern oder eben zu seinen Pop-ups pilgern, wie ich Anfang Oktober. Sein sicherlich mittlerweile guter Buddy Hiromitsu Mizuhara war extra aus Tokio angereist, um gemeinsam mit Christopher ein Tsukemen-Menü vom Feinsten zu servieren. Tsukemen sind heiß oder kalt servierte Nudeln, die man in kräftige Brühen dippt. Ich habe die kalte Variante bestellt, dazu gab es zwei ultraköstliche Soßen, von denen die mit viel Knoblauchgeschmack meine liebste war. Am Tresen nebenan traf ich lustigerweise eine Newsletter-Abonnentin aus Hamburg, die extra für dieses Event angereist war. Grüße gehen an dieser Stelle raus an Sophie! Ihr habt hoffentlich auch bald die Gelegenheit, bei Christopher zu essen. Abonniert unbedingt seinen Newsletter, um kein Pop-up zu verpassen.
Restauranttipp für Hamburg: Jinwei Hu
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Apropos Hamburg: Ich war erneut für eine kurze Nacht in Hamburg und hatte morgens noch etwas Zeit, um nach einem sehr speziellen Frühstück zu suchen. Das war schnell gefunden, denn es liegt im Levantehaus, etwa 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Im Lin Wei Hu wird chinesisches Frühstück serviert, was man so in Berlin nur am Wochenende findet. (Zudem ist es hier deutlich besser, sorry Berlin!). Das Interieur im historischen Passage-Gebäude ist einfach und entspannt. Und die Speisekarte ist riesig! Wir haben leider nicht mal 10 % der Karte bestellen können, denn alle Speisen sind wirklich unfassbar groß und genauso unfassbar lecker. Meine Empfehlung also: Kommt unbedingt mit mehreren Freundinnen hierher, um alles zu probieren (falls das überhaupt möglich ist). Alles ist mit viel Liebe hausgemacht. ein fantastischer Spot abseits des üblichen Avo-Toast-Frühstücks-Einheitsbreis!
Jinwei Hu, Levantehaus, Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg (keine Webseite)
restauranttipp für Berlin: Anitas Lunch
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In Kreuzberg direkt neben dem Görli gelegen, befindet sich dieses süße kleine Café/Restaurant mit fantastischer levantinischer Küche. Ich kam am späten Mittag in den Laden, hatte Hunger und vor allem Lust auf die gerösteten Kartoffeln, die mir schon von TikTok und Instagram entgegen gelächelt hatten. OMG! Ich habe gleich drei Gerichte: Kartoffeln, Salat und den Blumenkohl. Zwei Personen hätten davon sicher satt werden können, aber es war so ultra-lecker, dass ich den Rest eingepackt habe und abends einfach weitergegessen habe, Airfryer sei Dank. Ein kleiner Spot mit richtig viel Seele, entspanntem Kiez-Feeling und herrlicher Gastfreundschaft.
Anitas Lunch, Görlitzer Straße 58, 10997 Berlin
restauranttipp für ALBA / ITalien: Fuoco Farina
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Bestes Mehl, beste Pizza und ach … überhaupt. Wer Italienerin ist und Fulvio Marino aus dem italienischen TV kennt, weiß genau, welche Magie der Mann mit Teig anstellt. Wir haben es in Italien live erleben dürfen, aber wir kannten ihn nicht. Gemeinsam mit der Sterneküche von La Ciau del Tornavento hat Fulvio mitten im Zentrum von Alba ein helles, modernes Bakery-Restaurant-Hybrid geschaffen, das von morgens um 7:30 Uhr bis Mitternacht immer voll ist. Das Interior ist stylish, hell und mit viel Holz und warmen Erdtönen eingerichtet. Man schaut direkt auf das prall gefüllte Bäckerei-Tresen und weiß sicherlich nach einer Minute nicht mehr, für was man sich entscheiden soll. Auf der Karte stehen erstklassige Focacce, fantastische Sauerteigpizzen mit Bio-Mehlen aus der eigenen Familienmühle und ehrliche piemontesische Klassiker. Ein absolutes Epizentrum für Kohlenhydrate-Liebhaber! Als wir gerade draußen unsere Pizza kauten, kam Fulvio mit einem kleinen Wägelchen um die Ecke, stellte sich auf, rief einmal “Wer hat Lust auf Bombolini?” und viele kleine und große Arme streckten sich in die Höhe. Bombolini sind fluffige Krapfen, gefüllt mit einer schönen Vanillecreme. Vielleicht also habt ihr auch Glück und kommt in den Genuss dieses kostenlosen Zwischengangs.
FuocoFarina, Piazza Carlo e Franco Miroglio 6/E, 12051 Alba CN, Italien
restauranttipp für Cocconato / Piemonte: Osteria Bell'e Buona
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In den Hügeln des Piemont tut sich richtig was. Cocconato ist ein abgelegenes Dörfchen, wie man es in Italien oft findet. In den letzten Jahren stark geschrumpft, zogen junge Leute auf der Suche nach Arbeit weg und viele Häuser drohten zu verfallen. Bis sich Einheimische mit regionalen Unternehmern zusammengetan haben, um den Ort wieder zum Leben zu erwecken. Häuser wurden saniert, Künstlerinnen eingeladen und neue Geschäfte eröffnet. Auf der ältesten Straße reihen sich heute eine eigene Pastamanufaktur, Kunstläden und eine Salumeria aneinander. Und um die Ecke auch eine Osteria wie aus dem Bilderbuch. Junge Winzerinnen liefern den Bio-Wein, auf den Teller kommen lokale Piemont-Klassiker und natürlich die frische Pasta von nebenan. Und für das perfekte Dessert geht man einfach ein paar Schritte weiter in den Eisladen von Alberto Marchetti, einem der besten und bekanntesten Gelato-Macher Italiens, der übrigens auch hinter der ganzen Idee steckt, Cocconato zu retten. Schönes Projekt, fantastisches Essen!
Osteria Bell'e Buona, Piazza Cavour 9, 14023 Cocconato AT, Italien